Saturday, September 08, 2007

Woy Woy, wie, wo?

Woy Woy ist einer der vielen lustigen australischen Ortsnamen, und in Woy Woy habe ich gestern einen netten faulen Tag verbracht.

Gestern war nämlich Feiertag wegen APEC; nicht, dass ICH jemals frei hätte, aber Tam hatte frei - meine deutsche Freundin, mit der ich ganz am Anfang in Epping gewohnt habe und die jetzt wieder zurück in Australien ist; halt leider nicht mehr in Sydney sondern in Woy Woy, ca. 80km nördlich von Sydney.
Lange Geschichte, warum sie jetzt dort ist, aber in Kurzform ist ihr Freund Daniel wieder nach Woy Woy zurück (wo seine Familie herkommt) und da ist sie dann halt mit.

Woy Woy ist jedenfalls ein beschauliches kleines Örtchen am Wasser. Ich habe schon mehrfach erwähnt, dass in Australien so manches ein wenig anders ist, und auch Woy Woy ist davon keine Ausnahme:

(1) Das Erste, das mir (eigentlich positiv) aufgefallen ist, ist der romantische Blick aufs Wasser von der Bahnhofstoilette aus (ich bin kurzfristig mal wieder zum Touristen mutiert und habe von allem und jedem Fotos machen müssen...) - gäbe es in der Stadt nicht!


(2) In Woy Woy gibt es mehr Pelikane als menschliche Einwohner.


(3) In Woy Woy behält man seine Schuhe im Pub noch an! (In Sydney ist das wurscht - Dresscode ist meistens "smart casual", was je nach Interpretation alle möglichen Outfits beinhaltet, zu denen man Flip-Flops oder High Heels tragen kann, und auch das (was man zu Flip-Flops oder High Heels trägt) ist hier individuelle Geschmacksache)


(4) In der ländlichen Idylle Woy Woys sorgt man sich außerdem noch um die Gesundheit aller, die der Junkies inbegriffen. Und stellt spezielle Spritzen-Abfallbehälter auf (bitte keine Briefe und anderen Müll einwerfen, nur benutzte Nadeln/Spritzen!). Die Junkies tummeln sich übrigens im Hintergrund.


(5) Zum Mittagessen waren wir im Pub und haben uns sicherheitshalber auf Spaghetti Bolognese verlassen (zum Glück mit Rind- und nicht wie so oft mit Lammfleisch). "Crumbed brains" war uns dann doch eine Nummer zu hoch - das ist Schafshirn. Was genau die "special sauce" ist, wollten wir dann gar nicht erst wissen.


(6) Grillen geht immer, selbstverständlich auch im Regen, und wenn man halt kein Verandadach hat, tut's auch ein Regenschirm! (Daniel, rechts, mit Cousin Brendan)


(7) Wenn man irgendwo bei Leuten übernachtet, stört das keinen, wenn jemand Wildfremdes in seinem Bett schläft; das ist nämlich das Haus von Daniels Tante (die übers Wochenende weg war), und ich bekam einfach ihr Bett, mit Bettzeug wie es war, und das bleibt auch drauf, obwohl ich drin geschlafen habe, wozu die Mühe... Hach, es ist alles so schön easy-going ;)

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