Gerade wieder im Angebot: Hass-Avokados.
Ich habe mich im Laden spontan köstlich amüsiert, was natürlich für die übrige, im Allgemeinen nicht des Deutschen mächtige Kundschaft nicht nachzuvollziehen war.
Probleme ganz anderer Art verursacht das Deutsche allerdings auch mir: Ich habe es wahrscheinlich noch nicht erwähnt (vielleicht war ich etwas zu beschäftigt in letzter Zeit?) aber mein Chor befindet sich gerade 3 Proben entfernt vom diesjährigen Konzert anlässlich des 40-jährigen Jubiläums, und als das dem Anlass gerecht werdende Stück war Brahms' Ein Deutsches Requiem auserwählt worden.
Zuerst fühlte ich mich durchaus geehrt, und war äußerst ambitioniert, den 76 monolingual-englischen Sängern und Sängerinnen in groben Zügen die Aussprache des Deutschen nahezubringen - was allerdings bald nicht nur durch offensichtliche Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis der Meisten erschwert wurde (ich kann sie je-de Woche erinnern und ermahnen, dass da ein phonetischer Unterschied zwischen "u" und "ü", "a" und "ä", "o" und "ö" besteht, was ja auch immerhin netterweise orthographisch durch die zwei extra Pünktchen gekennzeichnet wird! Aber bei der nächsten Probe kann ich dann immer wieder von vorne anfangen), sondern auch durch teilweise konkurrierende Ansichten von mir und den anderen drei Deutschsprachigen - Standard-Deutsch (ich) vs. Hamburger Einschlag und Schweitzerdeutsch. Es bedurfte schon einiger Überzeugungskraft, durchzusetzen, dass im Standard-Deutsch ein "ig" am Wortende wie "ich" ausgesprochen wird.
Ich hoffe inständig, dass die das Konzert nicht vermasseln und die letzten Akkorde mit dem letzten Wort "selig" nicht auf ein unschönes "selick" ausklingen lassen!
So richtig bin ich (und alle anderen auch, da sind wir uns dann ausnahmsweise einig) eigentlich noch nicht davon überzeugt, dass wir uns nächsten Samstag um diese Zeit beim allerletzten Einsingen befinden, bevor wir uns dann einem Publikum von bis zu 700 Leuten stellen...