Friday, December 29, 2006

Adé, Opera House!

Ach ja.
Da hat das Schicksal wieder zugeschlagen...

Was Dienstag als leichtes Kratzen im Hals angefangen und sich bis zum Nachmittag in beträchtliches Unwohlsein im Rachenbereich gesteigert hat, artete noch am Abend in ein Gefühl des "ich glaube, ich würde mich jetzt im Bett am besten aufgehoben fühlen" aus.
Noch stark davon überzeugt, dass sich das bis zum nächsten Tag schon wieder geben würde, war ich noch froh über die Nachricht aus Newcastle (Josh ist noch bis heute dort geblieben), dass so ziemlich alle im Hause Hutley seit dem Nachmittag mit den Symptomen vermutlich einer Magen-Darm-Grippe zu kämpfen hatten. Das heißt, ich war froh darüber, hier zu sein, in der einsamen Privatsphäre meines eigenen Bettes, anstatt umgeben von dem Dauerbetrieb zur Toilette eilender Leute...

Andererseits, dachte ich, die haben wenigstens sich, um sich gegenseitig umeinander zu kümmern oder zu bemitleiden oder was auch immer - geteiltes Leid ist halbes Leid... Heute ist mittlerweile der 3. Tag, den ich im Bett verbringe, gottseidank nach wie vor ohne Magen-Darm-Grippe, aber so unglaublich schlapp als hätte ich die drei Tage durchgeko-...

Dabei hatte ich es Dienstag sogar noch zur Generalprobe für die drei Konzerte geschafft, vermutlich eher weil ich mir einredete, ich fühlte mich recht gut als dass das wirklich der Fall war. Aber noch in der Probe merkte ich, dass ich unmöglich bis um 8 durchhalten würde geschweige denn das anschließende 2stündige Konzert.
Um 6 war ich wieder zu Hause und völlig erledigt, bin gegen 7 eingeschlafen und erst am nächsten Morgen um 8 wieder aufgewacht...

Tja, und so habe ich die meiste Zeit seitdem mit schlafen verbracht, oder einfach nur daliegen, lesen, mich bemitleiden...

Jetzt bleibt mir noch 1 Tag, um mich fit zu machen für Silvester - ich bin nicht gerade scharf darauf, Sonntag Abend hier im Bett zu liegen und das Feuerwerk nur zu hören, während eine Horde fröhlich prostender Leute (meine Mitbewohnerin mit Freunden) sich beim Anblick der Feuerzauber um Mitternacht um die Hälse fällt!

Tuesday, December 26, 2006

Aussie Xmas


Ach ja. Mein erstes Weihnachten im Sommer...

Ich habe die Tage nahe Newcastle (ca. 100km nördlich von Sydney) mit Josh und einem Teil seiner Familie verbracht und die Gastfreundschaft mit einer großen Schachtel echten Nürnberger Lebkuchen gedankt, die zu meinem Entzücken - neben anderem aus Deutschland importierten Stollen- und Lebkuchenkram - bei Myer (ähnl. Karstadt) erhältlich waren.

Den 24. haben wir - ganz aussie - mit einem kleineren bushwalk und dann am Strand verbracht...
Anstatt Gottesdienst und Gans zum Abendessen gab es Weihnachtsfrühstück (Crepes) und Bescherung am 25. sowie einen weiteren Strandbesuch. (Und heute bin ich schon wieder zu Hause, da morgen Nachmittag die Generalprobe für unsere drei Konzerte im Opernhaus sind.)

Weihnachtsdekomäßig muss ich sagen habe ich viel gesehen, das mich an diese furchtbaren kitschigen amerikanischen Vorgarten-Lichtinstallationen erinnert; zum Glück nicht im Hause Hutley, wo es keinen silbernen Plastikbaum gab, sondern einen "native xmas tree" (eine Art kleinen gum tree), der wie ein zimmerhoher Ficus mit, naja, zwar auch sehr bunten Lichtern (und anderem Kram) aussah, aber wenigstens gab es keine Lichtergirlanden mit krampfhaft zuckenden Lämpchen, die ansonsten überall draußen die Verandas "schmücken".
Ist sehe schon, es ist mit Worten gar nicht zu beschreiben, aber ich brauche wohl auch nicht zu erwähnen, dass sich dieses Weihnachten nicht gerade wie "übliches" Weihnachten angefühlt hat.

Was ich mir jetzt nur noch wünsche ist, dass meine Halsschmerzen weggehen (keine Ahnung, wie ich mir die eingefangen habe), sonst sieht das mit dem Singen morgen schlecht aus...

Thursday, December 21, 2006

Klitschnasse Gäste

Gestern Morgen hat es ausnahmsweise mal in Strömen gegossen.
Auf dem Weg in die Küche bot sich mir dann dieser ungewöhnlich nahe Anblick zweier klitschnasser Rainbow Lorikeets auf der Fensterbank:









Saturday, December 16, 2006

Wie im Himmel...

Wow, jetzt kann ich sagen, ich bin um die halbe Welt gereist, um diesen Film zu sehen!

Aus irgendeinem Grund habe ich es letztes Jahr nie geschafft, einen schwedischen Film, der mir wärmstens empfohlen wurde (Så som i himmelen - Wie im Himmel) im Kino anzusehen. Auf DVD war er auch noch nicht raus, bevor ich mich nach Australien aufgemacht habe.
Letzte Woche schlage ich den Veranstaltungsteil in der Zeitung auf und traue meinen Augen nicht, als ich die Anzeige für eben jenen Film sehe. Und dann auch noch im Kino hier um die Ecke.

Das Schönste daran ist, dass Filme hier ja nicht synchronisiert werden - ich habe das Meiste auf Schwedisch sogar verstanden, naja mit ein bisschen Hilfe der englischen Untertitel. Ich finde, Kinofilme sollten auch in Deutschland standardmäßig im Original mit Untertiteln laufen, das würde jedenfalls unserem Schulenglisch nicht schaden.
Kann ja nicht jeder für 3 Jahre nach Australien gehen und sein Englisch aufmöbeln ;)

Sunday, December 03, 2006

Canberra - und Johnny

Ich erwähnte irgendwann einmal, dass John Howard, Prime Minister von Australien, es vorzieht, im Kirribilli House in Sydney zu residieren anstatt in Canberra, wie es angemessen wäre. Weil ich aus aktuellem Anlass mal wieder mein geliebtes Down Under hervorgekramt habe, kann ich es nicht lassen, Bill Bryson ein bisschen zu zitieren (seine Ausdrucksweise ist einfach tausendmal brillianter, dafür allerdings auf Englisch):

In 1996 the Prime Minister, John Howard, caused a stir after his election by declining to live in Canberra. He would, he announced, continue to reside in Sydney and commute to Canberra as duties required. As you can imagine, this caused an uproar among Canberra's citizens, presumably because they hadn't thought of it themselves.


(Wie ich jetzt aus eigener Erfahrung sagen kann, da ist was dran... Aber ich bleibe noch ein bisschen bei Johnny, weil's so schön ist.)

What made this particularly intersting is that John Howard is by far the dullest man in Australia. Imagine a very committed funeral home director - someone whose burning ambition from the age of eleven was to be a funeral home director, whose proudest achievement in adulthood was to be elected president of the Queanbeyan and District Funeral Home Directors' Association - then halve this personality and halve it again, and you have pretty well got John Howard.
When a man outstandingly colourless as John Howard turns his nose up at a place you know it must be worth a look. I couldn't wait to see it.


Ich nehme vorweg, dass sich Bill Bryson's Vorfreude nicht lange hielt, und auch aus Erfahrungsberichten von Leuten meines Vertrauens habe ich schon so viel "Gutes" über Canberra gehört, dass ich eigentlich wusste, früher oder später würde ich mir - allen Warnungen zum Trotz - ein eigenes Bild von der Hauptstadt machen müssen.
Ich fahre ein Weilchen fort mit Bill Brysons Worten:

You approach Canberra along a dual carriageway through rural woodland, which gradually morphs into a slightly more urban boulevard, though still in woodland, until finally you arrive at a zone of well-spaced but significant-looking buildings and you realize that you are there - or as near there as you can get in a place as scattered and vague as Canberra. It's a very strange city, in that it's not really a city at all, but rather an extremely large park with a city hidden in it. It's all lawns and trees and hedges and a big ornamental lake - all very agreeable, just a little unexpected.


Und genau so ist es. Letztes Wochenende war es endlich so weit, dass ich diesen aufregenden Schritt gemacht habe, die Hauptstadt zu besuchen. Das heißt, in erster Linie bin ich mit Josh mitgefahren, um seinen Freund Luke in Canberra zu besuchen, nicht wegen Canberra selbst. Vielleicht auch besser so.
Man möchte sich ständig fragen, sind wir schon da? Ist das jetzt schon Canberra oder nicht? Wohlgemerkt, sobald man aus Sydney raus ist und auf die M7 abgebogen ist, verbringt man fast 200km auf der Autobahn, ohne an irgendwelchen nennenswerten Ortschaften vorbeizukommen. Zwischen Sydney und Canberra ist nichts.
Ich erwähne noch kurz, dass Canberra vor etwa 90 Jahren auf dem Reißbrett entworfen wurde und das eigentlich nur, weil man sich nicht entscheiden konnte, ob Sydney oder Melbourne die Hauptstadt sein sollte. Dementsprechend wollte man irgendwo zwischen diesen beiden Städten eine Stadt als "Kompromiss" in den Busch setzen, wobei ich nicht nachvollziehen kann, warum Canberra bzw. ACT (Australian Capital Territory) sich mitten in New South Wales befindet (und nicht etwa an der Grenze von NSW und Victoria) und überhaupt viel näher an Sydney ist als an Melbourne.

Und damit hat es sich eigentlich schön erschöpft, was ich über Canberra zu sagen habe... Ich habe mich außerdem strikt geweigert, Fotos zu machen, da es einfach nichts wirklich Sehenswertes gibt. Kein toller Hafen, keine historische Altstadt; selbst das Umland, normalerweise lieblich hügelig und bewaldet, ist leider kürzlich Buschfeuern zum Opfer gefallen...