Friday, September 29, 2006

Ein bisschen sehr viel "wildlife"...

Fantastisch, es ist Freitag und ich habe immer noch frei. Erhole mich gerade von den letzten 3 Tagen wirklich anstrengenden Wanderns in den Blue Mountains. Nettes Grüppchen von 6 Leuten, alle Langzeit-wander-erfahren, naja bis auf Lee, angeblich erst letzten Samstag in Sydney eingetroffen und so gut wie kein Englisch sprechend, noch nicht mal verstehend (na prima; wie ist so etwas heutzutage eigentlich möglich) - war anscheinend auch sein erster bushwalk überhaupt, und er wirkte wirklich erschöpft am Ende, d.h. wirklich erschöpft und nicht nach 10 Minuten Pause wieder obenauf. Aber irgendwie kann man dann auch keine Rücksicht nehmen, wenn eine Tour als 3-Tages-Tour, "medium-hard", eingestuft wird. Wahrscheinlich hat er es nicht verstehen können...?! (Ok, das war gemein.)

Anders als sonst führte der Weg nicht gleich ins Tal runter, sondern erst einmal lange Zeit einen Pass namens "Narrow Neck" entlang - fantastisches Panorama, nur hatte ich leider diesmal meine Kamera nicht dabei; ich bin aber sicher, dass in der Fotogalerie vom bushwalking club bald Bilder online sind. Dann sicherlich auch von den Kletterpartien.

Das Wetter war temperaturmäßig etwas erträglicher als bei der Tour letzte Woche, mit dem einzigen Problem, dass absolut kein bisschen Wasser in den creeks war (und das in einem Wassereinzugsgebiet!). Man hatte vielleicht Wasser für 2 Tage dabei, aber nicht für 3. Nahe unserem 1. Camp sollte laut Karte ein Wasserloch sein, und irgendwie war da auch eins, natürlich nicht besonders frisch. Uns blieb nicht wirklich eine andere Wahl - immerhin entwich dem Wasser kein moderiger Gestank (war allerdings Zuhause für kleine Moskitolarven), und mit abkochen und Wasserdesinfektionstabletten erschien es uns einigermaßen genießbar (so genießbar und lecker der Geschmack von Chlor eben ist). Jedenfalls, wir habens überlebt.

Am Morgen beim Wasserholen, erst mal ein Stückchen rein in den Busch, traf ich dann auf diesen Kollegen:


Eine Red-bellied black snake, häufigste Schlangenart (neben 18 anderen) in den Blue Mountains, giftig, aber nicht sehr (wie beruhigend!), und bislang gibt es nur einen einzigen registrierten Todesfall...
Habe sie wohl beim morgendlichen Sonnenbad gestört - ich bin buchstäblich fast draufgetreten! - und ihr einen gehörigen Schrecken eingejagt (und sie mir!), was sie dazu veranlasst hat, hochzuschnellen und dann abzuzischen. Glaube aber nicht, dass das Hochschnellen ein Angriffsversuch war, denn sonst hätte sie das auch getan (nahe genug war ich immerhin).

Na, das war jedenfalls ziemlich aufregend, und ich fühle mich auch direkt ein bisschen geehrt, dass ich diese nette schwarze Schlange (übrigens ca. 1.5m lang, also nicht ohne) gesehen habe, denn normalerweise hauen die gleich ab, wenn man durch den Busch "trampelt".

Viel schlimmer als die Schlange fand ich allerdings, dass dann beim Zelte einpacken etc. um ein Haar ein Exemplar einer besonders hässlichen, wenn auch nur ca. 5cm großen Spinne mit in meinen Rucksack geraten wäre; wir konnten sie nicht eindeutig identifizieren, aber möglicherweise war es eine Huntsman Spider (VORSICHT - seid gefasst auf wahrlich furchterregende Bilder, weitaus furchterregender als dieses!!!) ähnlich dieser hier:


Brrrrr!
Ist mir eigentlich egal, was es für eine war, Schlangen sind mir lieber!
Von den Wombats haben wir allerdings leider mal wieder nur die Hinterlassenschaften gesehen.

Monday, September 25, 2006

Bushwalk No.6


Oh man fasst es nicht: ich habe Urlaub!
Ich habe einfach beschlossen, dass es jetzt erst mal reicht mit all der Arbeit und genieße bereits meinen 4. Urlaubstag (naja, inkl. Wochenende), und das Gute ist: ich denke kein bisschen an die Arbeit.
Gut, ich bin gerade an meinem Arbeitsplatz, aus internettechnischen Gründen, aber auch nur, weil ich nachher noch zur Chorprobe gehe. Habe mir auf dem Weg hierher bei Aldi eine Tüte Color-Rado geholt... die hab ich seit Ewigkeiten nicht mehr gegessen (geschweige denn, dass ich bei Aldi war)!

Jedenfalls, meinen Kurzurlaub habe ich mit meinem Freund Ben und einer kleinen 2-Tages-Wanderung in den Blue Mountains begonnen. Das war sehr geschickt, denn während man sich in Sydney bei 33° lieber nicht mehr als nötig bewegt hat, hatten wir es in den "Bergen" immerhin um einiges kühler. Vor allem, weil viele der Wanderungen einen Abstieg ins Tal beinhalten (um dann leider mit einem ganz furchtbar steilen Anstieg zu enden). Dank der heftigen Regenfälle vor 2 Wochen gab es dann auch mal Wasserfälle mit Wasser zu sehen. Gibt's alles natürlich auch bildlich dokumentiert.

Den Sonntag habe ich - wieder geschickterweise - dann doch wieder nicht am Strand verbracht, auch wenn die Temperaturen dazu eingeladen hätten; dazu gab es allerdings einen richtig fiesen Wind, von dem man am Strand nichts anderes erwarten kann als dass er einem den Sand ins Gesicht fegt.

Morgen starte ich auf eine andere Tour in den Blue Mountains, drei Tage diesmal und mit dem bushwalking club. Und dann: langes Wochenende! Für mich extra lang, da ich Freitag ja auch freigenommen habe, und Montag ist Labour Day. Das wird dann wahrscheinlich "Urlaub auf Balkonien", sprich vor der Haustür = am Strand. Diesmal gehe ich wirklich!

Thursday, September 21, 2006

Blöde Ironie

Ironie in alltäglicher Kommunikation ist in der australischen Kultur sozusagen nicht existent. Jedenfalls nicht die gleiche Form von Ironie, die ich selber als Bestandteil meines 'deutschen Humors' verwende (haben die Deutschen überhaupt Humor??).
Und dann ecke ich immer überall an, weil die Leute ernst nehmen, was ich sage (obwohl es ja ironisch gemeint ist), und manchmal fühlen sie sich sogar angegriffen...

Zuletzt geschehen vorhin im Sportzentrum der Uni. Federica und ich spielen neuerdings Squash, die Schläger kann man praktischerweise leihen. Naja, als das nette Mädel an der Rezeption nachfragte, "Zwei Schläger?", ist es mir einfach so rausgerutscht: "Nee, wir nehmen einen zusammen".

Habe es im gleichen Moment bereut! Die Arme hat sich etwas verarscht gefühlt...

Wednesday, September 20, 2006

01:54.05

Jetzt sind auch endlich die Bilder online.
Vom Marathon letzten Sonntag. Habe mich erst mal nur, zum 2. Mal, an den Halbmarathon gewagt (nächstes Jahr ist der Marathon dran!); aber dass ich unter zwei Stunden blieb, überstieg wirklich alle meine Erwartungen. Wie man sehen kann, musste ich dafür allerdings auch ordentlich was tun...


(Das ist beim Schlussspurt im Ziel - ich wage zu behaupten, dass ich die ganzen 21km davor wesentlich entspannter ausgesehen habe :)

Der Kurs war allerdings ziemlich enttäuschend, eigentlich langweilig. 10km nach Haberfield (ein suburb) und gleiche Strecke zurück, highwayartige Straße, ohne Zuschauer (die waren vermutlich auf der anderen Seite, wo der Marathonkurs langführte, was zunächst mehr in der Innenstadt war).
Ansonsten bekommt man ja beim Laufen sowieso nicht so viel von der Umgebung mit - ich erinnere mich an den London Marathon (nicht gelaufen, nur zugeschaut!) und wie eine auswärtige Läuferin meinte, sie habe nicht mal Big Ben wahrgenommen... Tja, schade für all die Nicht-Sydneysider, denn die haben von der Harbour Bridge (Start) und dem Opera House (Ziel) bestimmt ähnlich wenig mitbekommen außer vielleicht hinterher. Für mich sind sie Teil meiner ganz gewöhnlichen 60min-Laufstrecke...

Monday, September 18, 2006

Sauna mit Meeresblick

Das Wetter hat sich nach jenen 5 ungemütlichen Tagen wieder beruhigt und ist zu seinem üblichen Dauer-Frühling zurückgekehrt. Aus Unachtsamkeit hatte ich bereits meinen ersten (wenn auch sehr leichten) Sonnenbrand im Gesicht, dabei ist es noch meteorologischer Winter! Angeblich war der letzte Sommer (diese Sache mit über 40° an Weihnachten) eine rare Ausnahme, nur ein Extrem; wenn ich mir dann den Wetterbericht ansehe und die für morgen angekündigten 29°, bin ich mir da gar nicht mehr so sicher...


Man geht auch schon seit 2 oder 3 Wochen zum Sonnenbaden an den Strand, aber ich war dafür bisher zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt; habe den Samstag zwar bei meiner italienischen Freundin in Bondi verbracht, uns war aber eher nach Pool (mit Meerwasser) und Sauna bei den 'Bondi Icebergs'. Sauna mit Meeresblick. Hinterher Kaffee am Strand, über unser eigentlich im Großen und Ganzen ausgesprochen 'qualitativ hochwertiges' Leben hier sinnierend...

Monday, September 11, 2006

Sintflut

Brrrrr!
Das Wetter der letzten Tage erinnert mich sehr an das Kieler Wetter, das ich all die Jahre unter Flüchen und Verwünschungen ertragen habe. Es hat in den letzten 5 Tagen mehr geregnet als in all den 7 Monaten zusammen!
Jaja, die Natur braucht das. Weiß ich doch. Selbst der von mir totgeglaubte Baum in Nachbars Garten präsentiert sich nun, ganz frühlingsgemäß, mit neuen grünen Trieben. Glaube allerdings, dass selbst die Natur jetzt langsam genug hat von all dem Nass. Und überhaupt, warum regnet es nicht einfach nachts?! Da stört es doch niemanden?

Jetzt sitze ich hier mit durchnässten Hosenbeinen, die Schuhe halten bei all den Wassermassen auch nicht dicht, und der Bus hatte eine halbe Stunde Verspätung, so dass es jetzt eigentlich gar nichts gebracht hat, dass ich mich für den früheren Bus durch den Regen gehetzt habe. Seufz.
Ich habe am Wochenende Ernst gemacht und es im Bett verbracht. Es hat sowieso, um es nochmal hervorzuheben, die ganze Zeit geregnet. Davon habe ich andererseits wiederum nicht sehr viel mitbekommen, da ich furchtbar viel Schlaf nachzuholen hatte... Nebenbei ein bisschen gearbeitet. Abends ein bisschen Geburtstage gefeiert.

Oh übrigens, "Crocodile Hunter" Steve Irwin ist tot. Wird hier als nationale Tragödie gehandhabt, wie immer eben, wenn bekannte und beliebte Persönlichkeiten tragisch ums Leben kommen.

Thursday, September 07, 2006

Lächerlich!

Die Delle in dem gelben Etwas, das mein gemieteter Transporter war, ist, wie ich heute erfahren habe, gut $2.700 "wert" (ca. €1.800). Da fällt mir nichts mehr ein. Nur, dass ich zum Glück nur einen Bruchteil davon zahlen musste. Trotzdem ärgerlich, immer noch.



Monday, September 04, 2006

Die Woche der Beulen & Schrammen

Was für ein Glück, dass eine neue Woche angefangen hat! Die kann dann ja nur besser werden.
Ich möchte nur demonstrieren, dass auch trotz verbesserter allgemeiner Lebensqualität (das Wetter! die Mentalität!) nicht alles nur eitel Sonnenschein ist. Ihr dürft also gerne ein bisschen Mitleid zeigen, nachdem ich von meiner 2. Wochenhälfte berichtet habe:

Worauf ich die ganzen letzten beiden Wochen hingefiebert hatte, war letzter Donnerstag. Weil das Zahltag ist. Dank meiner Tutorien hatte ich eeeendlich genug Geld zusammengekratzt, um ein Bett zu kaufen und anderen Kram. (Nein, zum Glück musste ich nicht die ganzen 4 Wochen auf dem Boden schlafen, ich hatte eine alte Matratze; aber besonders vergnüglich war das nun nicht.)
Sind dann also Donnerstag mit einem gemieteten Transporter zu Ikea, um all das Zeug zu kaufen. Nach 3 Stunden und einem wirklich schlimmen Hotdog für $1 waren wir endlich wieder auf dem Heimweg. Oder fast. Ich war derart ungeduldig, nach Hause kommen, dass ich beim Rangieren im Ikea-Parkhaus erst mal den Wagen seitlich gegen einen Pfeiler gesetzt habe.

Recht ordentliche Leistung, ich hab dem Wagen eine 1qm große Beule und etliche Schrammen verpasst. Natürlich lässt Europcar mich dafür blechen, obwohl ich wette, dass die entweder einen Mechaniker im Haus haben, der das für lau macht, oder dass sie es sogar gar nicht machen lassen. Es mir aber trotzdem berechnen. Ich frage mich sowieso, wer sich um eine Beule in einem Transporter schert.
Ich hatte zum Glück diese extra Gebühr bezahlt, um den Eigenanteil zu verringern, aber lustig ist das trotzdem nicht, da ich jetzt eben meine Ersparnisse für diesen Mist ausgeben musste.

Trotzdem freue ich mich sehr über mein neues Bett und hoffe sehr, dass ich das nächste Wochenende mal faul darin verbringen kann.

Samstag war ich bushwalken im Wollemi National Park, was ein bisschen verrückt war, da wir ganz plötzlich Strandwetter bei 26 Grad hatten. Wurde aber schnell besser, da wir in einen Canyon hinabgestiegen sind, wo es schön kühl war.
Nach den 2 Stunden Fahrt zum Nationalpark standen uns erstmal 10km auf einem 4WD track bevor (das ist mehr als nur eine durchschnittliche europäische Schotterpiste, d.h. mit einem Fahrzeug mit Allradantrieb ist man wirklich besser beraten. Wegen dem größeren Abstand zum Boden). Von unseren 4 Autos war eines ein 4WD - erfreulicherweise hatte ich das Privileg, darin mitzufahren. Damit fährt sich's fast wie auf einer normalen Straße...
Den anderen ging es nicht ganz so prächtig, vor allem, weil zwei der Autos ziemlich tief gebaut waren. Könnte wetten, dass es bei denen ein paar Unterboden-Beulen&Schrammen gegeben hat...

Gestern dann war ich mal wieder auf einem meiner langen bushruns, und brillianterweise bin ich gleich nach nur 5 Minuten über eine unsichtbare Wurzel gestolpert und habe mich, zum ersten Mal, so richtig schön hingehauen. Auf das Knie. Um nicht zu sagen, mein Knie und die darunter liegende Partie ist jetzt eine einzige Beule und Schramme! Heute sieht mein Knie aus wie damals, nach dem Fahrradfahren lernen oder ähnlichen Aktivitäten, die Kinder dazu bringen, sich alles zu zerschrammen.
Naja, es gibt zum Glück Schlimmeres. Gekostet hat mich das jedenfalls nichts!! Ganz im Gegensatz zu diesem überflüssigen Blechschaden.