Sunday, May 07, 2006

Bushrunning

Heute war ich sehr aktiv, nachdem ich gestern nur faul in der Sonne gelegen habe.
Bushrunning ist sozusagen die Steigerung von bushwalking, indem man nicht wandert, sondern läuft, aber eben durch den Busch (auf den walking tracks natürlich!). Ein bisschen anspruchsvoller als das unspannende auf-der-Straße-joggen ist das allemal: man muss nicht nur den Weg mit seinen ganzen Stolpersteinen im Auge behalten (Sydneys Untergrund besteht aus Sandstein, und das ergibt viele Stolpersteine an der Oberfläche), sondern auch Äste und Spinnenweben in Augenhöhe.
Der spaßigste Moment an der ganzen Sache war sicherlich der, als ich gerade dabei war, mir besagte Spinnenweben aus dem Gesicht zu wischen und mich im selben Moment plötzlich mit einer Horde mir entgegenkommender halsbrecherischer Mountainbiker konfrontiert sah, vor denen ich mich gerade so mit einem beherzten Sprung zur Seite in den Busch retten konnte... (Stellt euch einen Pfad vor, der ca. 1/2m breit ist und unmittelbar rechts und links davon Busch, denn so war es.)

Damit war der Tag noch lange nicht vorbei, denn ich war extra früh aufgestanden (um nicht in der Hitze laufen zu müssen - heute: schlappe 25°) und hatte eigentlich noch den ganzen Tag vor mir - warum also nicht mal wieder ein bisschen in der Stadt umherschlendern. Damit ist das immer so eine Sache - "ein bisschen" artet meistens ziemlich aus, da es so ziemlich überall nett ist und man dann einfach weiterläuft und in weitere nette Gegenden kommt, bis man sich darüber klar wird, dass man den ganzen langen Weg auch wieder zurückgehen muss.
Ich meinerseits habe heute sogar die Anzac Bridge erreicht, die ich doch so lange schon von Nahem sehen wollte - aber sie war mir bisher immer zu weit vom Zentrum weg! - und so bin ich dank dieses Abstechers insgesamt an die 10 Kilometer in der Stadt rumgelaufen. Plus die 10 Kilometer bushrunning von vorher.

Unterwegs habe ich dann zwei sehr interessante Entdeckungen gemacht. Zum einen eine fette wie schöne Raupe (Bilder sind im Fotoalbum), und einen wirklich interessanten Laden, so einen von der Art, den man nur findet, wenn man sich abseits der Touristenstraßen herumtreibt (was ich tat): einen Laden mit jeder Menge antiken Türen und Fenstern. Also keinen Antikladen, sondern ein Laden, der nichts anderes verkauft als Unmengen schöner, alter Türen und Fenster. Meistens mit Glasmosaik. Na gut, und ein paar sehr alte Schulbänke und zwei oder drei Kommoden.

Und dann... mann, war ich froh, endlich wieder im Zug nach Hause sitzen zu können!

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