Saturday, August 16, 2008

Ahh, die letzten beiden Wochen...

Wie kann denn nur immer die Zeit so schnell vergehen?! Dabei ist das ja nichts Neues, aber es wundert mich trotzdem immer wieder...

In umgekehrt chronologischer Reihenfolge:

Heute war ein besonderer Tag in mehrerer Hinsicht: ich habe mir eine Massage gegoennt. Einfach nur so, nur fuer mich. Habe ich noch nie getan. Die Massage war nicht nur die erschwinglichste in der Umgebung, sondern auch "oeko" UND: mit Meeresblick, da bei den Bondi Icebergs (dem Freiluft-Meerwasser-Pool; der mit der Sauna mit Meeresblick...). Bzw. viel Aussicht hatte man von innen natuerlich nicht, schon gar nicht wenn man mit dem Gesicht nach unten auf der Massagebank liegt. Aber das Meeresrauschen! Und die heissen Handtuecher, die mir zunaechst die Winterkuehle hinfortgewaermt haben... Das warme Massage-Oel... und immer das Meeresrauschen... Fuehlte mich wie im Urlaub! (Nicht, dass ich mich jemals auf einem Spa- und Relax-Urlaub befunden haette.)
Es waere perfekt gewesen, die ganze Verwoehnprozedur mit einem Sonnenbad am Strand abzurunden, aber leider war es heute eher wolkig. Der Kaffee in meinem Lieblingscafe im Secondhand-Buchladen war aber keine schlechte Alternative.

Gestern Abend habe ich mit den olympischen Athleten um die Wette gerudert: die auf dem Wasser, ich im Fitnessstudio. Mein erstes Mal seit 9 Wochen! Haette fast heulen koennen vor Glueck, mich endlich wieder schmerzfrei sportlich betaetigen zu koennen. Seit 2 Wochen ist naemlich alles wieder in Ordnung, einfach so. Von heute auf morgen. Diese Woche bin ich ausserdem probeweise zweimal 5 Minuten lang gejoggt - kein Problem. Kann das dann also langsam wieder aufbauen. Laufen! Und endlich wieder Beachvolleyball spielen! Der Sommer kann kommen!

Den Rest der Woche habe ich irgendwie weitgehend entweder im Sprach-Testlabor oder im Seminarraum verbracht, um Zweit- und Viertsemester zu quaelen, aeh, experimentell zu testen bzw. zu unterrichten.

Letzten Samstag habe ich etwas furchtbar interessantes gemacht: ich war auf einer "Wanderung durch die Zeit" bzw. einer architektonischen Stadtfuehrung durch die City; angefangen bei einem der ersten Regierungsgebaeude von achtzehnhundertsonstwas bis hin zu juengsten Erscheinungen der letzten paar Jahrzehnte. Soooo interessant! Vor allem, weil man immer irgendwie durch die Stadt rennt, ohne wirklich irgendwas ueber die Geschichte zu wissen. Wir haben uns auf nur 12 Beispiel-Gebaeude beschraenkt, aber das auch lang genug gedauert...

Wusste zum Beispiel gar nicht, dass das Queen Victoria Building (das ikonische viktorianische Schickeria-Einkaufszentrum) vor fuenfzig Jahren als Buerogebaeude genutzt wurde, weil man sonst nichts damit anzufangen wusste - ehe es von einem Unternehmen fuer ich weiss nicht mehr wie viele Millarden Dollar renoviert wurde, unter der Bedingung (des Unternehmens), dass die saemtliche Pachterloese der naechsten 99 Jahre einstreichen koennen (das Gebaeude gehoert der Stadt, die sich die Renovierung natuerlich nicht haette leisten koennen). Und bevor es als Buerogebaeude miss-genutzt wurde, stand es jahrzentelang leer, da der urspruengliche Plan vor 100 oder so Jahren, es als Markthalle fuer landwirtschaftliche Erzeugnisse zu nutzen, fehlgeschlagen war: es war dummerweise zu weit vom damals einzigen Bahnhof (Central station) errichtet worden, als dass es sich gelohnt haette, die ganzen Waren dorthin zu karren (buchstaeblich)...

Fotos von der Tour habe ich eigentlich auch, aber auf dem anderen Laptop. Da kann ich im Moment nicht ran, da ich das Ladekabel in der Uni vergessen habe und die Batterie leer ist. Gut, wenn man noch ein altes Laptop zu Hause rumliegen hat...


Oh, und habe ich erwaehnt, dass ich wieder im Chor singe? Wieder ein Uni-Chor, allerdings nicht der von meiner Uni, sondern der University of New South Wales; da ich da nur 10 Minuten mit dem Rad hin brauche, muss ich wenigstens nicht mehr nachts um 11 voellig geschafft und todmuede von der Chroprobe nach Hause kommen wie damals beim Chor der Macquarie Uni (da meine Uni nach wie vor 1 1/2 Stunden entfernt ist). Dieser neue Chor - das Collegium Musicum - ist wieder schoen gross, um die 100 Leute, diesmal witzigerweise fast nur Studenten (juengeren Semesters) - mein alter Chor bestand ja zum Grossteil aus eher aelteren Leuten, die entweder selbst mal an der Macquarie Uni studiert haben oder in der Umgebung wohnen. Und wir singen auch wieder schoen "anspruchsvolle" Stuecke mit Orchesterbegleitung. Haydns 'Harmoniemesse' und Mozarts 'Litaniae Lauretanae' - beides auf Latein, also muss ich diesmal keine deutsche Aussprache korrigieren...

Mit dem Chor als Wohltat fuer die Seele und der sich langsam wieder herstellenden koerperlichen Fitness geht es momentan mit meinem 'inneren Gleichgewicht' wieder schoen bergauf...
Ausserdem bin ich auf die Cat Protection Society gestossen, so eine Art Tier- oder besser gesagt Katzenheim. Die suchen immer wieder Ehrenamtliche, die stundenweise mit den Katzen helfen. Hab mich mal ehrenamtlich beworben, vielleicht wird das ja was - waere ja eine schoene Alternative zu einer eigenen Katze, die ich nicht haben kann... bin auf das Ganze gekommen, nachdem ich vorletztes Wochenende bei meiner deutschen Freundin Tam zu Besuch war; die wohnt ja jetzt ausserhalb der Stadt und hat zwei Katzen, eine davon gnaedigerweise total anhaenglich und verschmust. Die hat dann abends im Bett noch mit mir ferngesehen und schien nur darauf gewartet zu haben, dass ich endlich das Licht ausmache und mich zur Seite drehe, denn sofort ist sie dann unter meine Decke geschluepft und hat sich schnurrend vor meiner Brust, zwischen meinen Armen zusammengerollt.

UND mein Paper wurde auf einer Konferenz angenommen in Brisbane Anfang Oktober. Praktischerweise findet die an einem Donnerstag & Freitag statt, gefolgt von einem langen Wochenende... Dann werde ich mich auf einen Kurzurlaub begeben und ausserdem meine Freunde Ben und Megan in Brissy (Brisbane) besuchen koennen (bevor die im Januar nach Thailand ziehen!). Waere ja eigentlich lieber endlich mal nach Melbourne gefahren - oder ein zweites Mal nach Neuseeland, diesmal im Schnee - aber man kann ja nicht alles haben!


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